Haut intelligent unterstützen
Biostimulation bedeutet nicht automatisch mehr Volumen.
Hautverbesserung muss nicht bedeuten, Falten einfach aufzufüllen oder Gesichtszüge sichtbar zu verändern. Oft ist die elegantere Idee, der Haut und dem Gewebe einen medizinisch sinnvoll geplanten Impuls zu geben, wieder mehr von dem zu tun, was sie von Natur aus können: sich erneuern, stabilisieren und ihre eigene Qualität verbessern.
Die Fibroblasten sind dabei gewissermaßen die stillen Baumeisterinnen der Haut. Mit den Jahren arbeiten sie weniger aktiv. Biostimulierende Verfahren versuchen nicht, die Zeit zurückzudrehen. Sie setzen vielmehr gezielte Reize – je nach Produkt eher regenerativ, strukturgebend oder kollagenorientiert.
Grundlagen
Was bedeutet Biostimulation eigentlich?
Biostimulation bezeichnet Behandlungen, die körpereigene Regenerations- und Aufbauprozesse im Gewebe unterstützen sollen. Anders als ein klassischer Filler, dessen Hauptaufgabe das Auffüllen ist, liegt der Schwerpunkt stärker auf Hautqualität, Kollagenneubildung, Elastizität oder Gewebestabilität.
Dabei führen unterschiedliche Wege zum Ziel. Polynukleotide setzen eher einen feinen regenerativen Impuls in der Haut. Calciumhydroxylapatit, kurz CaHA, wirkt stärker struktur- und kollagenorientiert. Hybridprodukte kombinieren CaHA zusätzlich mit Hyaluronsäure. Deshalb sind diese Verfahren nicht austauschbar – und genau darin liegt ihre Stärke.
Polynukleotide / PN
PolyPhil®: Regeneration und feine Hautqualität ohne klassischen Volumenaufbau.
Bei brain & beauty solutions wird PolyPhil® von Croma eingesetzt. PolyPhil® enthält hochgereinigte Polynukleotide, konkret PN-HPT®. Umgangssprachlich werden solche Behandlungen häufig gemeinsam mit dem Begriff PDRN oder als „Lachs-DNA“ bezeichnet. Fachlich sind PN und PDRN eng verwandt, aber nicht einfach dasselbe. Für PolyPhil® ist die Bezeichnung Polynukleotid- oder PN-Behandlung präziser.
Polynukleotide sind kein klassischer Volumenfüller. Ihr Schwerpunkt liegt auf Hautqualität, Feuchtigkeitsbindung, Elastizität und einem regenerativen Hautmilieu. Das macht sie besonders interessant, wenn die Haut dünn, trocken, müde, fein knittrig oder insgesamt weniger widerstandsfähig wirkt – und ausdrücklich kein sichtbarer Volumenaufbau gewünscht ist.
Der Effekt entwickelt sich üblicherweise schrittweise. Häufig ist eine Behandlungsserie sinnvoll. Wie viele Termine geeignet sind, hängt von Produktvariante, Areal, Hautqualität und individuellem Ziel ab.
Polynukleotide genauer ansehen
Auf der Methodenseite finden Sie Ablauf, Einsatzbereiche, Preise und wichtige Hinweise zur Behandlung.
CaHA & Hybridprodukte
CaHA: der strukturgebende Kollagenimpuls.
CaHA steht für Calciumhydroxylapatit. Feine CaHA-Mikrosphären liegen in einer abbaubaren Gelmatrix. Je nach Produkt, Injektionsebene, Verdünnung und Technik kann zunächst ein strukturgebender oder konturierender Effekt entstehen. Anschließend kann das Gewebe angeregt werden, neue Bestandteile seiner stützenden Matrix – insbesondere Kollagen – aufzubauen.
CaHA ist deshalb besonders interessant, wenn nicht nur mehr Frische, sondern auch Festigkeit, Dichte, Stütze oder Kontur gewünscht werden. Das Ziel bleibt ein harmonischer Gesamteindruck: Das Gesicht soll nicht „behandelt“ wirken, sondern stabiler und erholter.
Der etablierte CaHA-Klassiker.
Je nach Areal und Technik kann Radiesse® Struktur und Kontur unterstützen und zugleich kollagenstimulierende Prozesse anregen.
CaHA für Struktur und Gewebedichte.
Novuma® ist ebenfalls ein CaHA-basierter Biostimulator. Im Mittelpunkt stehen – abhängig von Ausgangslage und Anwendung – Stütze, Kontur und eine schrittweise Gewebeverbesserung.
Zwei Komponenten, ein Konzept.
Calhydra® verbindet Novuma® mit REFREJ®, einer niedrig vernetzten Hyaluronsäure. Damit treffen Hydratation und weiche Auffüllung auf den längerfristigen Kollagenimpuls von CaHA.
Hyaluronsäure und CaHA in einer Formulierung.
HArmonyCa™ kombiniert vernetzte Hyaluronsäure mit CaHA-Mikrosphären. Die Hyaluronsäure liefert den früheren strukturgebenden Anteil, die CaHA-Komponente unterstützt den längerfristigen Kollagenaufbau.
CaHA-Produkte im Detail
Welche Unterschiede bei Radiesse®, Novuma®, Calhydra® und HArmonyCa™ relevant sind, wird auf der Methodenseite genauer eingeordnet.
Direkter Vergleich
Polynukleotide oder CaHA – was passt zu welchem Ziel?
Die Frage lautet deshalb nicht: Welches Produkt ist das beste? Die bessere Frage lautet: Was braucht Ihre Haut jetzt? Manchmal ist PolyPhil® der feinere Weg. Manchmal braucht das Gewebe mehr strukturelle Unterstützung durch CaHA. Und manchmal ist ein zeitlich abgestimmtes Kombinationskonzept sinnvoll.
Reiz trifft auf Baumaterial
Warum Kollagenaufbau auch eine Frage der Versorgung ist.
Ein Kollagenstimulator setzt einen biologischen Impuls im Gewebe. Den eigentlichen Aufbau muss der Körper selbst leisten. Dafür benötigt er unter anderem ausreichend Protein und Aminosäuren. Kollagen enthält besonders viel Glycin und Prolin; auch Lysin spielt eine wichtige Rolle in der Struktur des Proteins.
Vitamin C ist zusätzlich ein zentraler Kofaktor für Enzyme, die Prolin- und Lysinreste im entstehenden Kollagen verändern und damit zur Stabilität der Kollagenstruktur beitragen. Eine ausreichende Versorgung ist deshalb eine biologische Voraussetzung für normale Kollagenbildung.
Aminosäuren
Sie liefern Bausteine, aus denen der Körper Kollagenproteine zusammensetzt.
Vitamin C
Es ist als Kofaktor an wichtigen Schritten der Kollagenreifung beteiligt.
Gesamtversorgung
Proteinversorgung, Schlaf, Stress, Entzündungsneigung und Lebensstil beeinflussen das biologische Umfeld, in dem Gewebe regeneriert.
Eine Infusion kann ausgewählte Nährstoffe direkt in den Blutkreislauf bringen und damit die Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt umgehen. Ob daraus im Einzelfall ein zusätzlicher ästhetischer Nutzen oder eine kürzere Ausfallzeit entsteht, lässt sich jedoch nicht pauschal vorhersagen oder garantieren. Deshalb wird eine begleitende Infusion bei brain & beauty solutions nicht als Pflichtbestandteil, sondern nur bei passender Ausgangslage als möglicher Baustein eingeordnet.
Infusionen und Regeneration
Wie Infusionen grundsätzlich eingeordnet werden und wann eine individuelle Analyse sinnvoll ist, lesen Sie im Infusions-Ratgeber.
Nach der Behandlung
Was Sie nach einer Biostimulation erwarten dürfen.
Biostimulation ist minimalinvasiv, aber nicht banal. Vorübergehend können Rötungen, Schwellungen, kleine Blutergüsse, Druckempfindlichkeit oder – bei oberflächlichen Polynukleotid-Injektionen – kleine sichtbare Erhebungen auftreten. Diese Reaktionen klingen in der Regel wieder ab. Ergebnisse und Haltbarkeit unterscheiden sich je nach Produkt, Haut, Stoffwechsel, Areal und Technik.
Wie bei allen Injektionsbehandlungen bestehen zudem seltene, aber ernst zu nehmende Risiken. Deshalb gehen jeder Behandlung eine persönliche Anamnese, die Prüfung möglicher Gegenanzeigen und eine sorgfältige Aufklärung voraus.